ControllerPreis 2010 für Bundesagentur für Arbeit

„Leuchtturmprojekt" SAMP - Steuerung Arbeitsmarktprogramme ausgezeichnet / BA kann unterjährig Budgets den schnell verändernden Rahmenbedingungen anpassen

München, 14. Juni 2010 - Auf dem 35. Congress der Controller ist am Montag (14. Juni) in München der „ControllerPreis 2010" des Internationalen Controller Vereins (ICV) an die Bundesagentur für Arbeit (BA) verliehen worden. Geehrt wurde eine für öffentliche Verwaltungen mustergültige Controlling-Lösung - ein „Leuchtturm-Projekt". Ein Sonderpreis ging an Birgit Feistmantl, Controllerin der Swarovski Japan ltd.

ControllerPreis-Träger 2010 - v.l.n.r.: Siegfried Gänßlen, ICV-Vorsitzender, CEO Hansgrohe AG; Dieter Wagon, Geschäftsführer Finanzen/Controlling der Bundesagentur für Arbeit; Dr. Klaus Schuberth, Bereichsleiter Controlling Bundesagentur für Arbeit; Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Vors. des ICV-Kuratoriums und der ControllerPreis-Jury, Direktor des Instituts für Management und Controlling an der WHU – Otto Beisheim School of Management.

(v.l.n.r.: Siegfried Gänßlen, ICV-Vorsitzender, CEO Hansgrohe AG; die ControllerPreis-Träger 2010: Dieter Wagon, Geschäftsführer Finanzen/Controlling der Bundesagentur für Arbeit; Dr. Klaus Schuberth, Bereichsleiter Controlling Bundesagentur für Arbeit; Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Vors. des ICV-Kuratoriums und der ControllerPreis-Jury, Direktor des Instituts für Management und Controlling an der WHU - Otto Beisheim School of Management)

Der mit 5.000 EUR dotierte ControllerPreis 2010 ging an die BA für das Projekt „SAMP - Steuerung Arbeitsmarktprogramme". SAMP unterstützt die Budgetierung und deren Anpassung an sich schnell ändernde Rahmenbedingun-gen. Die BA hat angesichts ihres hohen Bedarfs an einer unterjährigen Steuerung die quartalsweise Fortschreibung der Jahresplanung eingeführt und kann auf dieser Basis Anpassungen im laufenden Geschäft vornehmen.

Einen Sonderpreis vergab die ICV-Jury an Birgit Feistmantl, Controllerin der Swarovski Japan ltd. Ihr war es in der japanischen Tochter des österreichischen Unternehmens gelungen, das japanische Accounting mit einem Controlling nach dem ICV-Leitbild zu verbinden. Das Ergebnis sind deutliche Veränderungen im Bereich der Kostenzuordnung, ebenso wie in der Personalsteuerung.

ControllerPreis 2010: Sonderpreisträgerin Birgit Feistmantl, Controllerin der Swarovski Japan ltd., erhält Glückwünsche vom ICV-Vorstandsvorsitzendem Siegfried Gänßlen.

(Einen Sonderpreis erhielt Birgit Feistmantl, Controllerin der Swarovski Japan ltd., die hier die Glückwünsche vom ICV-Vorstandsvorsitzenden, Siegfried Gänßlen, CEO Hansgrohe AG, entgegennimmt. Rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber; 2.v.l.: Prof. Dr. Martin Hauser, Controller Akademie AG)

Auswahlprozess warf drei neue Spitzenthemen auf
Zum 8. Mal hat der ICV den ControllerPreis für eine mustergültige Controlling-Lösung vergeben. Die Juroren erlebten in diesem Jahr Gewohntes und auch Neues im Auswahlprozess. Der Jury-Vorsitzende, Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Vorsitzender des ICV-Kuratoriums und Direktor des Instituts für Management und Controlling an der WHU - Otto Beisheim School of Management, hat als Neuheiten bei den Bewerbungen drei Spitzenthemen ausgemacht, „die alle für das Controlling wichtig sind".

So haben sich erstens „Marken als Werttreiber und Wertträger des Unternehmens" als ein „neues inhaltliches Feld" gezeigt. Controller müssten hierzu dringend noch Expertise aufbauen. Nur vereinzelt erfolgten heute erst entsprechende Bewertungen (als Intangibles); im Rahmen der Regelsteuerung sei das Thema bislang noch unterentwickelt. Besonders eine Bewerbung um den ControllerPreis 2010 zum „Brand Performance Management" habe sich als richtungsweisend gezeigt, weil es sich dabei nicht nur um Markenbewertung, sondern um „echtes Markenmanagement handelte, an dem die Controller maßgeblich mit beteiligt seien".

Eine weitere, zweite Neuheit habe sich bei der „Perspektive Internationalität" gezeigt. Im anglo-amerikanischen Raum sei die „deutsche Auffassung vom Controlling" ebenso wenig bekannt wie in Asien, meint Jürgen Weber. In diesem Jahr gab es aber eine Bewerbung, die auch hier richtungsweisend sei. In der japanischen Tochter eines österreichischen Unternehmens sei „ein Versuch gelungen, dem japanischen Accounting ein Controllingleben einzuhauchen", berichtet Weber. Dabei sei eine „sehr sensible Anpassung des ‚German Controlling' an die japanischen Besonderheiten, z.B. durch die Integration von Elementen des continuous improvement", geleistet worden. Das Ergebnis waren „deutliche Veränderungen im Bereich der Kostenzuordnung, ebenso wie in der Personalsteuerung". Den Einsatz der Controllerin der Swarovski Japan ltd., Birgit Feistmantl, würdigte die Jury mit einem Sonderpreis.

Die dritte, richtungweisende Bewerbung um den ControllerPreis kam laut ICV-Jury aus einem „Feld, auf dem Controlling zwar begrifflich Einzug gehalten hat, wo die Lösungen in der Praxis aber eher noch theoretische sind: öffentliche Institutionen", beschreibt Chef-Juror Weber. Hier bestehe erhebliches Potenzial und hohe Dringlichkeit, die immer knapper werdenden staatlichen Mittel effektiver und effizienter einzusetzen. In diesem Kontext ging der Controller-Preis an eine öffentliche Institution, die „den Schwenk von einer traditionellen Inputsteuerung zur ergebnis- und wirkungsorientierten Steuerung geschafft" habe. Bei der Bundesagentur für Arbeit habe ein „bemerkenswert konsequenter Umbau der Führung unter starker Beteiligung der Controller" stattgefunden. Effektivität und Effizienz seien erheblich verbessert worden, erklärt Weber.

Die Bewerbung um den ICV-Preis erfolgte für einen Teilaspekt des Verände-rungsprojektes, der die Budgetierung und deren Anpassung an sich schnell ändernde Rahmenbedingungen betreffe. Noch stärker als in der Privatwirtschaft sei die Haushalts- und Budgetplanung im öffentlichen Bereich überaus komplex und deshalb langsam und unflexibel. Wo der Aufgabenumfang starken Schwankungen unterliegt, da bestehe hoher Bedarf an einer unterjährigen Steuerung. Deshalb wurde ein Weg beschritten, ergänzend zum periodischen Vorgehen quartalsweise unterjährig die Jahresplanung fortzuschreiben und auf dieser Basis dann Anpassungen im Geschäft vorzunehmen. Wie Jürgen Weber erklärte, soll der ControllerPreis 2010 für die BA öffentliche Institutionen ermutigen, die Idee des Controllings in die Realität umzusetzen. Der Preis sei für ein „Leuchtturmprojekt" vergeben worden.


Der Internationale Controller Verein eV (ICV) hat in D, A, CH, Polen sowie in acht weiteren Ländern Zentral- und Osteuropas rund 6.500 im praktischen Controlling tätige Mitglieder. Das Leitziel der ICV-Controlling-Philosophie ist ökonomisch nachhaltiger Erfolg. Mit seinem Ehrenvorsitzenden Dr. Dr. h.c. Albrecht Deyhle hat der 1975 gegründete Verein das Controlling im deutschen Sprachraum geprägt und Standards gesetzt. Der ICV führt Controller, CFOs, Manager und Wissenschaftler zusammen und orientiert sich strikt am Nutzen seiner Mitglieder. Im Zentrum stehen Erfahrungsaustausch, Kommunikation sowie die Fokussierung auf zukunftsorientierte Trends. Der Verein verbindet Erfahrung aus der Praxis und neueste Forschungsergebnisse, bereitet dieses Wissen für die praktische Umsetzung auf. Der ICV leistet damit einen Beitrag zum persönlichen Erfolg seiner Mitglieder und zur nachhaltigen Wertsteigerung von Unternehmen. ICV-Vorsitzender ist Siegfried Gänßlen, Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe AG, Schiltach, stellv. ICV-Vorsitzender ist Prof. Dr. Heimo Losbichler, FH Steyr.

Für weitere Informationen:

  • Prof Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber; WHU - Otto Beisheim School of Management - Institut für Management und Controlling (IMC); Burgplatz 2, 56179 Vallendar, Tel.: +49 - (0)261 / 65 09 471, jweber@whu.edu
  • H.-P. Sander, Presse ICV, EASTWESTCOM, Lachen-Birkenallee 16, D-86911 Diessen am Am-mersee, Tel. +49-(0)8807-94 90 94, presse@controllerverein.de
  • Internationaler Controller Verein, Geschäftsstelle, Leutstettener Str. 2, D-82131 Gauting
  • www.controllerverein.com