2013
AUS DEM LIVE-BLOG WÄHREND DER CONGRESS-TAGE
Thorsten Kinhöfer ist Leiter Controlling bei der Stadtwerke Herne AG und im “2. Leben” FIFA-Schiedsrichter.
- Im Fußball sind Entscheidungen adhoc zu treffen. In Unternehmen hat man meistens mehr Vorbereitungszeit für Entscheidungen.
- Der Referee steht im Spannungsfeld von Nichtbeachtung und negativer Sonderbeachtung
- Situation im Stadion: 22 kritische Fußballspieler, Millionenpublikum, 20-30 Fernsehkameras
- Persönlicher Höherpunkt: Leitung des DFB-Pokal-Finale 2010, Bayern München gegen Werder Bremen.
- Einspielung von Video-Passagen und den aufgezeichneten Dialogen der Headset-Kommunikation des Schiedsrichter-Teams während kritischer Situationen in einem Endspiel der Europameisterschaft (wie beim Voice-Recorder im Flugzeug)
- Viele Entscheidungen werden intuitiv getroffen. Man kann nicht alles im Detail erkennen. Es gilt häufig, den Bewegungsablauf zu interpretieren.
- Es ist auch eine Sache der Erfahrung, da man über 100 Spiele auf höchstem Niveau geleitet hat.
- Wenn man viele intuitive Entscheidung mit einer Richtigkeit von 80-90 Prozent getroffen hat, dann schärft das auch die eigene Intuition.
- Wird eine intuitive Entscheidung (z.B. durch verdeckte Sicht) im Spiel durch Fakten im Nachhinein (per Headset-Funk vom 4. Offiziellen) bestätigt, wird dadurch das Selbstwertgefühl gestärkt, man bekommt “einen Lauf”.
- Welche Stärken helfen einem Referee: Verantwortung übernehmen; Souveränität und Besonnenheit; Menschenkenntnis, Mut, Durchsetzungsvermögen, Umsetzungsstärke, sich selbst bewusst sein, entscheidungsfreudig, reflektiert
- Wo Menschen urteilen, passieren Fehler (häufig bei Absatzpositionen), da das menschliche solche Situationen teilweise gar nicht so schnell richtig wahrnehmen kann. Das hat man entweder zu akzeptieren oder Maschinen einzusetzen.
- Mimik und Gestik haben großen Einfluss auf den Spielverlauf
23. April 2013
Dr. Bernd Speyer, Co-Head DB Research, berichtet über
1. den Status Quo der Euro-Schuldenkrise
- Die Finanzmärkte reagieren gelassen auf die politischen Entwicklungen in diesem Jahr. Das liegt wahrscheinlich an folgendem “Dreiklang”: 1.) politische Bekenntnisse zur EWU; Konsolidierung; Deregulierung, Reformen; 2.) EFSF/ESM (finanzieren einen Teil der Anpassung unter Konditionalität); 3.) die EZB schafft Zeit für Reformen.
- Das BIP in der EWU in 2013 wahrscheinlich um -1% BIP gg. Vj. ausfallen wird.
- Die historisch hohe Arbeitslosigkeit in der EWU beinhaltet sozialen Sprengstoff.
- UK hat keine Euro, aber ist trotz Wechselkursveränderungen nicht erfolgreicher als die Euro-Zone.
2. Fortschritte bei der Anpassung
- Die fiskalische Konsolidierung kommt langsam voran
- Die Wettbewerbsfähigkeit erhöht sich durch einen Rückgang der Lohnstückkosten in Euroland.
- Abbau der Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb der EWU
- Der Bankensektor stabilisiert sich (Einlagen kehren zurück, aber noch kein Kreditwachstum)
- EZB-Bilanz verkürzt sich wieder
- Warum herrscht in der Realwirtschaft noch immer die Rezession? Die Rezession nach einer Überschuldung dauert deutlich länger! Die große Verschuldung der Euroland-Zone vor der Krise ist noch lange nicht zurückgeführt. Dieses Dilemma wird die europäische Wirtschaft noch über Jahre beeinflussen.
- Welche Optionen gibt es: 1.) Wir wachsen durch ein hohes Nominalwachstum aus der Krise heraus. Diese Option ist eher unwahrscheinlich für Europa. Eine weitere Option wäre Sparen. Diese Option wird zurzeit gewählt. Sie führt über einen längeren Zeitraum zur Deflation. Außerdem können nicht alle Länder gleichzeitig Überschüsse erzielen. Eine weitere Möglichkeit wäre die finanzielle Repression. Dabei wird der Privatsektor gezwungen, in Staatschulden zu investieren (z.B. Vermögensabgaben). Schließlich besteht noch die Möglichkeit eines Schuldenschnitts (Gläubiger leiden; Vermögensverlust).
- Die Überwindung der Schuldenkrise ist ein langer steiniger Weg, wodurch das Wachstum in Europa noch über eine längere Zeit gedämpft sein dürfte.
- Diese Anpassung wird durch einen Politikfehler erschwert, da europäische Staatsanleihen seit der Griechenland-Krise kein risikofreies Aktivum mehr sind. Dadurch werden die Refinanzierungskosten der Staaten auf Dauer erhöht.
3. Institutioneller Rahmen
Innerhalb der letzten 3 Jahre sind sehr viele Anpassungen im institutionellen Rahmen erfolgt, wovon im Einzelnen die Bereiche Wirtschaftsunion (z.B. stärkere Überwachung der Haushaltsplanung und der Haushaltspolitik sowie stärkere und schnellere Sanktionen), Bankenunion (z.B. gemeinsames Regelwerk), Fiskalunion (z.B. angemessene Fiskalkapazität zur Abfederung asymmetrischer Schocks) und politische Union (z. B. stärkere Mechanismen für demokratische Legitimität und Rechenschaftspflichten). Es geht darum, einem Ungleichgewicht vorzubeugen.
4. Politische Risiken
Wir stehen vor dem gleichen Problem wie bei den “Schröderschen Reformen (Agenda 2012)”. Die Entscheidung und die positiven Effekte fallen zeitlich deutlich auseinander. Halten das die Regierungen und die Bevölkerungen aus? Weitere Risiken: Zypern: Erfolg des Anpassungsprogramms; Italien: Regierungsbildung; Spanien: eigentlich eine “Erfolgsstory” in der Finanzkrise (aber: verpasst Rajoy wieder den richtigen Zeitpunkt?); Das eigentliche Problem im Reformprozess ist Frankreich, gerade weil es kein eigentliche Krisenland ist. Mit Frankreich entscheidet sich maßgeblich die Zukunft der Währungsunion. Gelingt es Frankreich, sich den “nördlichen” Gläubigerländern anzupassen? Die Zeit für tiefgehende Reformen wird knapp. Neben der Reformbereitschaft Frankreichs entscheidet sich die Zukunft der europäischen Union insbesondere durch die Mitgliedschaft UK’s in der Union, über die noch nicht offensiv diskutiert wird
Fazit:
- Der Anpassungsprozess der Peripherie läuft, wird aber noch dauern und bleibt anfällig für Schocks
- Ein kraftvoller institutioneller Rahmen für die Währungsunion entsteht (Disziplinierung der Wirtschaftspolitik; Bankenaufsicht; Anreizstrukturen sind noch eine Herausforderung
- die Schuldenkrise wird uns noch lange begleiten (nicht nur staatliche Schulden; nur die Wahl zwischen schlechten Alternativen)
23. April 2013
Dipl.-Kff. Ines Manegold, Vorstand, KABEG – Krankenanstalten Betriebsgesellschaft, Klagenfurt, berichtet über ein steuerungsrelevantes Controlling und die Unterstützung der strategischen und operativen Entscheidungsfindung im Krankenhaus.
Folgenden Auftrag erhielt Frau Manegold zu Beginn ihrer aktuellen Position: 5 Krankenhäuser sollten zu einem Krankenhaus zusammengeführt, bei Standortsicherung für jedes Krankenhaus und Kündigungsschutz. Der Controller-Service hat dabei wesentlich unterstützt.
Wesentliche Aussagen:
- Sparen Sie nicht beim Cent beim Essen oder bei der Sauberkeit im Krankenhaus. Sie riskieren die Kundenzufriedenheit. Putzfrauen sind wichtige Gesprächspartner der Patienten.
- Im Krankenhaus können nur die Kosten und die Anzahl der Leistungen gesteuert werden, da der Erlös pro Leistungseinheit vorgegeben ist.
- Das Krankenhauscontrolling ist für die betriebswirtschaftliche Planung, Steuerung und Kontrolle sowie für die Informationsversorgung des Krankenhauses zuständig.
- In Österreich ist die Kostenrechnung im Krankenhaus stärker ausgeprägt als in Deutschland
- Im Krankenhaus muss sich der Controller kommunikativ auf verschiedene Ansprechpartner (Ärzte, Apotheker, Einkäufer, Schwestern, etc.) einstellen
- Wirksames Controlling umfasst weit mehr als das Präsentieren und Interpretieren von Zahlen
- Morgens hat der Vorstand zum Start des Tages alle relevanten Informationen (des Vortages) auf dem Bildschirm
- Der Schnelligkeit ist im Zweifelsfall vor einer übertriebenen Genauigkeit der Vorzug zu geben (80:20 Regel)
- Um ihren Steuerungszweck zu erfüllen, müssen Berichte folgende vier Kriterien erfüllen:
- Berichte müssen die drei Informationskategorien “Plan”, “Ist” und “Wird (Forecast)” enthalten
- die kommunizierten Informationen müssen mit einer Ursachenanalyse versehen sein
- die Ergebniswirksamkeit der Abweichungen muss verdeutlich werden
- die Unternehmensziele und festgelegten Maßnahmen müssen mit den berichteten Zahlen in Verbindung gebracht werden
- Um nicht von Zahlenlawinen überrollt zu werden und den Blick fürs Wesentliche zu behalten, kann man z.B. bei Abweichungsanalysen mit Toleranzgrenzen arbeiten; das bedeutet, dass in der Planung für einzelne Berichtspositionen Schwankungsbreiten festgelegt werden, die als normal bzw. zufallsbedingt angesehen werden.
- Je höher die Hierarchieebene, desto verdichteter die Informationen
- idealerweise wird die Hierarchie auch beim Berichtsversand elektronisch unterstützt
- für die Berichtskommunikation bedarf es auch einen regelmäßigen Informationsaustausches – idealerweise in Form eines zweimonatigen Controlling-Gesprächs mit den budgetverantwortlichen Managern.
- Wenn trotz regelmäßiger Berichterstattung und Steuerungsgesprächen die Kosten die Erlöse übersteigen, muss man zu alternativen Methoden der Prozesssteuerung greifen: dem Target-Costing.
- Patienten sollten heute mutiger und aufgeklärter auftreten.
23. April 2013
Karl-Heinz Steinke, Leiter Konzerncontrolling der Deutschen Lufthansa AG, berichtet stellvertretend für Frau S. Menne, Mitglied des Vorstandes und CFO, Deutsche Lufthansa AG, Köln, über die Rolle des Controllers als Businesspartner bei der Lufthansa. Für die Rolle als Business Partner hat der Controller einen stärkeren Fokus auf die Interpretation von Daten zu legen. Früher “Data Management”: Daten sammeln, Geschäftsjahr planen, Analysen erarbeiten, Ergebnis präsentieren, Forecast erstellen. Heute “Data Interpretation”: Entscheidungen vorbereiten, Optionen evaluieren, Vorhaben analysieren, Risiken managen, Sensitivitätsanalysen erstellen.
Dazu hat der Controller erweiterte Aufgaben zu übernehmen: Handlungsoptionen sind abzubilden (Sensitivitätsanalysen); Strategievarianten sind quantitativ zu bewerten (Risiken und Chancen sind rechenbar zu machen); Risiken sind zu identifizieren und objektiv zu bewerten; es sind transparente Entscheidungsbasen herzustellen; es ist eine hohe Qualität der Informationen sicherzustellen.
Das Verhältnis zwischen ZFO und Controller sollte durch Vertrauen und Glaubwürdigkeit geprägt sein, indem: Controller und CFO eng, vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammenarbeiten; eine frühzeitige Einbindung in Themen von beiden Seiten erfolgt; ein hoher Leistungsstandard herrscht; eine Rücksichtnahme auf Eigenarten und Bedürfnisse des Anderen erfolgt; ein Verständnis für die gegenseitige Abhängigkeit besteht; “Finger in die Wunde” gelegt werden; jeweils eine eigene Meinung existiert und verstanden wird. Weiterhin muss sich der Controller seine Glaubwürdigkeit und das Vertrauen des CFO verdienen.
Je komplexer die Welt, desto wichtiger wird das Zusammenspiel zwischen CFO und Controller!
23. April 2013
Eine alte Moderationsregel lautet: “Start und Landung angeschnallt”, d.h. an den Anfang und das Ende einer Veranstaltung müssen “Erfolgsgaranten” gesetzt werden. Zum Start des 2. Veranstaltungstages des 38. Congress der Controller. Für den Start des 2. Kongress-Tages tritt das auf jeden Fall zu. Albert M. Baehny, Präsident und CEO, Geberit International AG, Rapperswil-Jona (CH) stellt dar, wie sich eine erhöhte Profitabilität durch qualitatives Wachstum und kontinuierliche Prozessoptimierung realisieren lässt. Geberit erzielte in den letzten 10 Jahren jeweils eine EBIDA-Marge von mehr als 20 Prozent ! Seit 2006 beträgt der ROIC ebenfalls über 20 Prozent, auch in einem schwierigen Umfeld. Geberit zeigte eine deutlich bessere Aktienrendite als der Schweizer-Aktienindex (im Durchschnitt).
Geberit entwickelte eine Roadmap. Einerseits sollte Wachstum durch Fokussierung auf Sanitärtechnologie, Bekenntnis zu Innovationen und selektive geografische Expansion erzielt werden.
Andererseits sollte die Produktivität durch eine kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse realisiert werden. Dabei wurden folgende 6. Initiativen gebildet: 1. Innovationsprozess als Roadmap, 2. Internes Transfer-Preissystem, 3. Ausrichtung von Marketing, Produkt-Management und Verkauf, 4. Produktionsprozesse, 5. Optimierte Logistik, 6. Langfristige Nachhaltigkeitsziele und Strategie.

Weitere zentrale Aussagen in diesem Vortrag:
Vorsichtig sein, mit brillanten Folien der Investment-Banker. Man muss lernen “Nein” zu sagen.
Ein Manager muss mindestens 8 Leute direkt führen, um sich um das Wesentliche zu kümmern. Es soll in der “Hubschrauber-Perspektive” arbeiten, auf der politischen Ebene, und nicht im Detail.
Die Mitarbeiter sollen keinen lokalen Helden sein, sondern für das Ganze sein. Menschen, die nicht in die Geberit-Kultur passen, müssen gehen!
Das Wichtigste sind nicht die Mitarbeiter, sondern die richtigen (!) Mitarbeiter.
Ein absoluter begeisternder und motivierender Vortrag. Eine absolute Success-Story! Herzlichen Dank, Herrn Baehny!
22. April 2013
Jürgen Hochstein ist Leiter Controlling bei der Trianel GmbH in Aachen.
Im Moment bestehen im Speziellen folgende Einflüsse auf die Volatilität in der Energiebranche:
- die Energiewende ist politischer und gesellschaftlicher Konsens, aber zunehmende Diskussion um Kosten und Versorgungssicherheit
- der Ausbau erneuerbarer Energien (EE) schreitet in großen Schritten voran, aber die Wirtschaftlichkeit konventioneller Kraftwerke ist infolgedessen weggebrochen
- die Gestaltung der Energiewende ist eine großer Herausforderung, aber zur Bewältigung dieser Herausforderungen sind noch viele Fragen zu beantworten.
Die hier resultierenden Folgen sind:
- eine große Unsicherheit
- eine ausgeprägte Zurückhaltung bei Investitionen in die konventionelle Stromerzeugung
- eine häufige Beschränkung der Aktivitäten auf Zubau von erneuerbaren Energien
- eine aktuelle Diskussion um erneuerbaren Energien (”Strompreisbremse”) verunsichert auch Investoren im Bereich der erneuerbaren Energien.
Daraus leiten sich folgende Anforderungen an das Controlling ab, die von Jürgen Hochstein im Detail dargestellt werden:
1. Risikobehaftete Geschäfte sind transparent zu machen,
2. Unsicherheiten der mittelfristigen Planung sind durch Szenarien abzubilden,
3. Die wirtschaftliche Entwicklung von Produktgruppen ist mittelfristig sicherzustellen,
4. Das Risikokapital ist zu bewerten und den Aktivitäten zuzuordnen.
Von der Informationsversorgungs- und Transparenzfunktion entwickelt sich der im Aufbau befindliche Controller-Service in der Trianel GmbH zunehmend auf dem Weg zur Business-Partnerschaft.
Nach einer Happy-Hour im Foyer geht es dann um 19.00Uhr in den hoteleigenen “bayerischen Biergarten” mit Small Talk und Networking bei Jazz, Bier und bayerischem Buffet.
22. April 2013
Dr. Stefan Niemand. Leiter Produktplanung der AUDI AG, Ingolstadt, stellt zunächst die organisatorische Eingliederung der Produktplanung in das Organigramm der Audi AG ein. Beachtenswert ist die Anbindung des Bereiches Produktplanung – aufgrund seiner Wertigkeit für das Unternehmen – an das Ressort des Vorstandsvorsitzenden. Zu den Aufgaben der Produktplanung gehört den Portfolio- und Produktstrategie, die Produktplanung und der Themenbereich “Systemangebot und alternative Antriebe”.
Die zentralen Einflussfaktoren auf die Volatilität im Automobilgeschäft kommen aus folgenden Bereichen:
- Gesellschaft und Kunde:
- Druck durch weltweite CO2-Gesetze
- Trend: Weltweit jedes 3. Premiumfahrzeug ist im Jahr 2020 ein SUV
- Die regionalen Märkte verschieben sich: Chancenmärkte sind u.a. Indien, Südamerika, Russland
Diese Einflussgrößen und die aus ihnen resultierenden Volatilitäten versucht die Audi AG u.a. durch “Steuerungen” auf 3 inhaltlich verschiedenen Ebenen beherrschbar zu machen:
1. Steuerung über das Produktportfolio
- Führungsgrößen zur Bewertung der Portfoliostrategie sind u.a.: Volumenabsicherung, Prestigeausbau, Eroberung junger Kunden, Statement für Progressivität/Uniqueness, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Leistbarkeit.
- Im Portfoliokreis, in dem alle relevanten Bereiche des Unternehmens vertreten sind, erfolgt ein bereichsübergreifender Austausch und eine Priorisierung bzw. Empfehlung, die zu einem Vorstandsentscheid führt.
2. Steuerung über Planungsrunden
Nach dem Vorstandsentscheid erfolgt die Erstellung eines Cycle-Plans. Er ist eine Übersicht über die Planung der zeitlichen Abfolge von Fahrzeugprojekten, Derivaten und Produktaufwertungen in der Zukunft. Sein Ziel ist die Sicherstellung eines kontinuierlichen Wachstums, die Beschäftigungssicherung und die zeitliche Konzentration zur Synergiesicherung.
3. Steuerung über Produktprojekte
Aufgabe der Produktplanung: Die Definition des Fahrzeuges (Nachfolger, Derivat, neues Produkt) im Sinne eines gesamtunternehmerischen Optimums Die Umsetzung erfolgt durch ein Produktplanungsteam (PPT), das interdisziplinär durch “Unternehmer” aus den beteiligten Geschäftsbereichen.
Herr Dr. Niemand stellte besonders die Risiken dar, die der Automobilindustrie dadurch entstehen, dass sie sehr früh in erhebliche finanziellen Vorleistungen (Investitionen) gehen müssen und die Volatilitäten möglichst in den frühen Phasen beherrschbar gemacht werden müssen, um größere finanzielle Risiken zu vermeiden.
Es war ein Vortrag mit “Benzin im Blut”.
22. April 2013
Dr. Wolf Schumacher, Vorsitzender des Vorstands, Aareal Bank AG, Wiesbaden, berichtet wie das Geschäftsmodell der Banken durch 4 zentrale Herausforderungen beeinflusst wird: 1.) Regulierung und Reformvorhaben; 2.) Volatile Konjunktur-Aussichten; 3.)Volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle; 4.) Ungelöste Staats- und Schuldenkrise in Europa
Die Aareal Bank AG war vor 8 Jahren ein dramatischer Sanierungsfall, aber aus eigener Kraft den Change geschafft. Das Erfolgsrezept bestand darin, die Stärken zu nutzen. Insbesondere 6 Stärken wurden genutzt: 1. Kunden- und Marktnähe, 2. Solide und nachhaltige Kreditpolitik, 3. Vorausschauende Refinanzierung und solide Kapitalpositionen, 4. Flexibilität, 5. Stakeholderansatz, 6. Vertrauen in positive Zukunft der Immobilienwirtschaft.
Das “New Normal” für gewerbliche Immobilienfinanzierer lautet:
- Wettbewerb und Kreditmargen: Wettbewerb und Kreditmargen auf gesundem Niveau (Kreditmargen liegen somit deutlich über dem wenig nachhaltigen Vorkrisenniveau)
- Kapital, Refinanzierung und Liquidität: Höhere Kapital- und Liquiditätsanforderungen; Trend zu konservativeren Bilanzstrukturen; Wachsender Wettbewerb um Kundeneinlagen und pfandbrieffähiges Geschäft
- Eigenkapitalrenditen: Erreichbares, nachhaltiges RoE-Niveau im Vergleich zum “Old Normal” gesunken
Die Antwort zu diesem “New Normal” lautet nun nicht: ” Das passt uns nicht!”; sondern: “Das ist die neue Realität!”
Aus diesen Herausforderungen leitete die Aareal-Bank u.a. folgende Maßnahmen für 2015/2016 ab:
1. Refinanzierungsstrategie: Weiterhin Vermeidung einer zu starken Abhängigkeit vom Kapitalmarkt durch Erhöhung der Einlagen und Pfandbriefe im Funding-Mix.
2. Commercial Real Estate-Neugeschäft: CRE-Neugeschäftsallokation in Märkten mit LTV-Ratios zwischen 60%-70% und damit relativ geringer Risikogewichtung sowie hohem Refinanzierungsanteil über Covered Bonds.
3. Neugeschäftskapazität: Stärkung der Kundenbeziehungen mit der Ausdehnung des Geschäfts durch stärkere Kooperationen über Syndizierung und Club Deals
4. Aareon: Verbesserung des Erfolgsbeitrages
5. Kostenbasis: Fortgeführte Kostendisziplin
6. Kapitalstruktur: Optimierung der Kapitalstruktur nach Umsetzung der technischen regulatorischen Richtlinien und adäquater Bepreisung der Instrumente durch die Märkte.

(Dr. Wolf Schumacher präsentiert das Erfolgsrezept der Aareal Bank im Change-Prozess)
Controller Congress 2012
Der ICV-Vorstandsvorsitzende Siegfried Gänßlen eröffnet den 37. Congress der Controller.
| Märkte im Aufschwung und Märkte im Abschwung managen |
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Am Montag ist in München Europas größte Controlling-Fachtagung unter dem Motto "Nachhaltig erfolgreich: Controller als Business Partner" eröffnet worden. Siegfried Gänßlen, Vorstandsvorsitzender des gastgebenden Internationalen Controller Vereins (ICV) und CEO der Hansgrohe SE, ging in seiner Eröffnungsrede vor 600 in- und ausländischen Gästen auf die Rolle der Controller als Business-Partner des Managements angesichts neuer Herausforderungen ein: Dazu zählte er die hohe, weiter zunehmende Volatilität und die wachsende Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Wirtschaft, wie auch neueste Entwicklungen in der Informationstechnologie.
Anschließend trat Dr. Maria Fekter, Bundesministerin für Finanzen der Republik Österreich ans Rednerpult. Der Titel ihrer Key Note: "Starke Wirtschaft. Solide Finanzen. Sichere Zukunft."
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Controller Congress 2011
| AUS DER ERÖFFNUNGSREDE ZUM 36. CONGRESS DER CONTROLLER: |
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| Siegfried Gänßlen: Controller sollen „nach vorne denken“ |
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Am Montag (16. Mai) hat der ICV-Vorstandsvorsitzende Siegfried Gänßlen, CEO der Hansgrohe AG, in München den 36. Congress der Controller eröffnet. In seiner Begrüßungsansprache vor über 660 internationalen Gästen forderte er die Controller auf, in den Unternehmen eine Rolle als „nach vorne denkende Business-Partner des Managements“ – auch im Kontext des nachhaltigen Wirtschaftens – einzunehmen. Der Münchner Congress der Controller 2011 soll sich mit den Lehren aus der Vergangenheit und den aktuellen Herausforderungen befassen, so Gänßlen. Dabei gelte es, den Blick in die Zukunft zu richten und „nach vorne zu denken“, wie es im Congress-Motto formuliert wurde. „Nach vorne denken“ müsse auc h der „Selbstanspruch an modernes, intelligentes Controlling“ sein.
In seiner Ansprache widmete sich Siegfried Gänßlen auch dem „Zukunftsthema Green-Controlling“. „Lange Jahre galt Nachhaltigkeit als ein Nice-to-have-Thema, dem keine wirkliche Bedeutung für den Unternehmenserfolg beigemessen wurde. Nachhaltiges Handeln eines Unternehmens hat inzwischen ebenso viel Einfluss auf dessen Geschäftsentwicklung wie seine Innovationskraft“, so der ICV-Chef. Die nachhaltige Ausrichtung von Geschäftsmodellen und -prozessen werde ohne Zweifel weiter an Bedeutung gewinnen.
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| 26 NEUE FIRMENMITGLIEDER GEWONNEN |
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| ICV-Mitgliederversammlung: Wachstum 2010 fortgesetzt |
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Die Mitgliederversammlung 2011 des Internationalen Controller Vereins (ICV) hat am gestrigen Sonntag, 15. Mai, in München mit 160 Teilnehmern stattgefunden. Auf der Tagesordnung standen u.a. die Berichte sowie Ausblicke des Vorstandsvorsitzenden und des Kuratoriumsvorsitzenden, der Bericht des Geschäftsführers zum Geschäftsjahr 2010 und zum Budget 2011, Aussprachen und Ehrungen sowie die Wahl des Rechnungsprüfers.
ICV-Vorstandsvorsitzender Siegfried Gänßlen berichtete u.a. über ein fortgesetztes Mitgliederwachstum. 2010 begrüßte der ICV 26 neue Firmenmitglieder. Zum 31.12.2010 zählte der ICV 4.345 Einzelmitglieder; 381 neue Mitglieder sind im vergangenen Jahr aufgenommen worden. Hohe Zuwächse gab es in Österreich (+97) sowie in Polen (+30). Der Verein hat Mitglieder in 34 Ländern weltweit.
Als neuer Rechnungsprüfer wurde von der Mitgliederversammlung Manfred Grotheer einstimmig gewählt. Ein Antrag des Vorstandes auf Erhöhung des Mitgliedsbeitrages ab 2012 (von 135 auf 150 EUR) wurde angenommen. |
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| CONTROLLING-ABTEILUNGEN UNTERSTÜTZTEN PROJEKT SEIT 2003 |
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| ControllerPreis 2011 für „Initiativencontrolling McCafé“ |
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Der ControllerPreis 2011 des Internationalen Controller Vereins (ICV) ist der McDonald´s Deutschland Inc. für das Projekt „Initiativencontrolling McCafé“ verliehen worden. Die Preisverleihung fand am Montag (16. Mai) in München auf dem 36. Congress der Controller statt. Zum 9. Mal hat der ICV den mit 5.000 EUR dotierten ControllerPreis für eine mustergültige Controlling-Lösung vergeben. In dem ausgezeichneten Projekt „Initiativencontrolling McCafé“ hatten die McDonald’s Controlling-Abteilungen den gesamten Realisierungsprozess von McCafé, seit 2003, also bereits vor dem Start des Markteintritts beginnend, unterstützt und begleitet.
Der Jury-Vorsitzende, Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Vorsitzender des ICV-Kuratoriums, Otto Beisheim School of Management, Institut für Management und Controlling (IMC), Vallendar, erläutert die Entscheidung so: „Die Kernmerkmale dieses ausgezeichneten Projekts liegen zum einen in der Konsequenz, den Aufbau eines Geschäftsfelds von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Implementierung und Weiterentwicklung über Jahre hinweg zu begleiten und zu unterstützen. Zum anderen ist die Entwicklung der Controller selbst, vom reinen Zahlenlieferanten zum Business Partner, hervorzuheben. Beides in Summe macht das Projekt zu einem würdigen Gewinner des diesjährigen ControllerPreises.“
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Controller Congress 2010
„Controller haben Hervorragendes zur Krisenbewältigung geleistet"
35. Congress der Controller in München eröffnet / ICV-Vorsitzender würdigt Leistungen der Controller und mahnt, Unternehmen mitzugestalten und Innovationen voranzutreiben
München, 14. Juni 2010 - Heute ist in München der 35. Congress der Controller eröffnet worden. Zwei Tage lang erörtern auf dieser größten Controlling-Fachtagung der DACH-Region 600 Manager, Controller, Unternehmensberater, Hochschullehrer das Thema „Intelligentes Controlling: Erfolge sichern, Chancen erarbeiten". Die Eröffnungsrede von Siegfried Gänßlen, Vorsitzender des gastgebenden Internationalen Controller Vereins (ICV), CEO der Hansgrohe AG, wird hier in Auszügen wiedergegeben.
ICV-Vorsitzender Siegfried Gänßlen, eröffnet den 35. Congress der Controller, 2010.
„Im letzten Jahr haben wir uns unter der Überschrift ‚Controlling in harten Zeiten‘ intensiv mit den Auswirkungen der größten globalen Wirtschaftskrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. Jetzt, ein gutes Jahr später, können wir noch nicht mit Gewissheit sagen, ob die Krise bereits hinter uns liegt, oder ob die Konjunkturerholung nicht doch zu schwachbrüstig ist, um einen wirklich nachhaltigen Aufschwung zu begründen. ... Was wir aber sicher sagen können ist, dass unser Wirken als Controller massiv beeinflusst und verändert wurde. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass die Controller mit ihrer Arbeit hervorragendes zur Krisenbewältigung geleistet haben."
„Wir wissen, dass in dieser ungewissen Übergangsphase die Rückkehr zu stabilem und dynamischem Wachstum kein Selbstläufer ist. In welche Richtung die Entwicklung geht, wird auch davon abhängen, wie sich Unternehmen jetzt verhalten und wie gut sie sich aufstellen, um nach der Krise durchzustarten. ... Controllerinnen und Controller können als Businesspartner des Managements eine ganz wichtige Rolle dabei spielen, ‚Unternehmen startklar zu machen, um im kommenden Aufschwung vor den Wettbewerbern abheben zu können‘, wie es unlängst Dr. Bernd Gaiser, Vorstandssprecher der Horváth AG, geschrieben hat. Seinem optimistischen ‚Ready for take off‘ entspricht auch die in unserem diesjährigen Tagungsmotto zum Ausdruck kommende, vorwärtsgerichtete Aufforderung an modernes, intelligentes Controlling, Erfolge zu sichern und Chancen zu erarbeiten."

„Dahinter steckt natürlich auch unser Anspruch, dass das moderne Controlling an den jetzt nötigen Veränderungsprogrammen in den Unternehmen mitzuwirken hat. ... Und Veränderung ist wirklich notwendig. Denn die Krise hat - da sind wir uns einig - vieles in Frage gestellt, was zuvor als geradezu naturgegeben und normal erschien."
„Controllerinnen und Controller müssen die Unternehmensspitze dazu in die Lage versetzen, schnell aktionsfähig zu sein, gezielt zu entscheiden, mit Forecasts und Szenarien die zukünftige Entwicklung gut einzuschätzen und neue Wege zu entdecken, um profitables Wachstum zu generieren. Nur so können Controllerinnen und Controller die Entwicklung in der Unternehmensumwelt mitgestalten und Innovationen vorantreiben, anstatt sie als bloße ‚Sparkommissare‘ zu verwalten. Dazu müssen sie selbst nach vorne denken und eigene Impulse setzen."
„Zum einen gilt es, Hergebrachtes und scheinbar Bewährtes zu hinterfragen, Grenzen zu überschreiten und Ungewöhnliches zu wagen, um neue Wege und innovative Lösungen zu entdecken und Visionen zu entwickeln. Zum anderen kommt es darauf an, den idealen Mix aus offensiven Maßnahmen und den eher defensiven Aktionen zur Kostensenkung und Liquiditätssicherung zu finden. Dies ist gewiss leichter gesagt als getan."
„Zusammenfassend sehe ich persönlich folgende Aufgaben als Konsequenzen aus der Krise: Innovationen verstärken; Wachstum ankurbeln; Widerstandskraft erhöhen; Veränderungen vorantreiben; Talente fordern und fördern."
Der Internationale Controller Verein eV (ICV) hat in D, A, CH, Polen sowie in acht weiteren Ländern Zentral- und Osteuropas rund 6.500 im praktischen Controlling tätige Mitglieder. Das Leitziel der ICV-Controlling-Philosophie ist ökonomisch nachhaltiger Erfolg. Mit seinem Ehrenvorsitzenden Dr. Dr. h.c. Albrecht Deyhle hat der 1975 gegründete Verein das Controlling im deutschen Sprachraum geprägt und Standards gesetzt. Der ICV führt Controller, CFOs, Manager und Wissenschaftler zusammen und orientiert sich strikt am Nutzen seiner Mitglieder. Im Zentrum stehen Erfahrungsaustausch, Kommunikation sowie die Fokussierung auf zukunftsorientierte Trends. Der Verein verbindet Erfahrung aus der Praxis und neueste Forschungsergebnisse, bereitet dieses Wissen für die praktische Umsetzung auf. Der ICV leistet damit einen Beitrag zum persönlichen Erfolg seiner Mitglieder und zur nachhaltigen Wertsteigerung von Unternehmen. ICV-Vorsitzender ist Siegfried Gänßlen, Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe AG, Schiltach, stellv. ICV-Vorsitzender ist Prof. Dr. Heimo Losbichler, FH Steyr.
Für weitere Informationen:
• H.-P. Sander, Presse ICV, EASTWESTCOM, Lachen-Birkenallee 16, D-86911 Diessen am Ammersee, Tel. +49-(0)8807-94 90 94, presse@controllerverein.de
• Internationaler Controller Verein, Geschäftsstelle, Leutstettener Str. 2, D-82131 Gauting
• www.controllerverein.com