Aktuelles aus dem ICV
Weihnachtsbrief 2008 des ICV-Vorstands
Weihnachtsbrief 2008 des ICV-Vorstands
WHU Vallendar verleiht Ehrendoktorwürde an Dr. Albrecht Deyhle
„Controlling-Pionier", Gründer und Ehrenvorsitzender des Internationalen Controller Vereins, für Verdienste um das Controlling in Deutschland geehrt
Gauting/Vallendar, 19.11.2008 - Für seine großen Verdienste um das Controlling in Deutschland erhielt Dr. Albrecht Deyhle am 14. November die Ehrendoktorwürde der WHU - Otto Beisheim School of Management. Deyhle sei es zu verdanken, „dass die Controller im deutschsprachigen Raum bekannt und hoffähig geworden sind", erklärte Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Weber, Professor für Controlling und Unternehmenssteuerung an der WHU, in seiner Laudatio. „Sie haben eine neue betriebswirtschaftliche Disziplin geprägt und wesentlich zu ihrer Durchsetzung in den Unternehmen beigetragen", hob Weber hervor. Ein derartiger Einfluss auf die Praxis sei fast ohne Beispiel. mehr »
Treffen der Regionaldelegierten mit dem Vorstand

(16.11.2008) Am 15. November hat in Frankfurt/M. das diesjährige Treffen der ICV-Regionaldelegierten und des Vorstandes des Internationalen Controller Vereins stattgefunden. Daran nahmen Ausschussleiter bzw. deren Beauftragte sowie Mitarbeiterinnen der ICV-Geschäftsstelle teil. Nach einer Einführung zum Stand der Erarbeitung der aktuellen Vereinsstrategie/Business Plan des ICV durch den Vorstandsvorsitzenden Siegfried Gänßlen wurden in Arbeitsgruppen die Themenbereiche Marketing, Organisation und "Einzigartigkeit des Vereins" weiter bearbeitet. Der Präsentation und Diskussion der Gruppenergebnisse schlossen sich am Samstagnachmittag Berichte und Maßnahmenplanungen aus den Regionen und Ausschüssen an. Das Treffen endete nach weiteren Informationen zum Congress 2009 sowie zum Diskussionsstand um Firmenmitgliedschaften im Verein gegen 18.30 Uhr. Die ICV-Strategietagung klang mit einem gemeinsamen Abendessen und intensivem informellen Meinungs- und Erfahrungsaustausch aus.
(Unser Bild: vordere Reihe, v.l.n.r.: Carmen Zillmer, ICV-Geschäftsstelle; Dr. Adrianna Lewandowska, ICV-Vorstandsmitglied (PL); Siegfried Gänßlen, Vors. des ICV-Vorstandes; Sieglinde Wiesmann, ICV-Geschäftsstelle; Prof. Dr. Heimo Losbichler, Stellv. Vors. des ICV-Vorstandes, Regionaldelegierter Österreich; Conrad Günther, ICV-Geschäftsführer, Mitglied des Vorstandes; hintere Reihe v.l.n.r.: Rainer Linse, stellv. Regionaldelegierter Süd; Lothar Kuhls, Regionaldelegierter Nord; Marcus H. Haegi-Largo, ICV-Vorstandsmitglied (CH); Manfred Blachfellner, Leiter ICV-Ideenwerkstatt; Dr. Walter Schmidt, ICV-Vorstandsmitglied; Dieter Meyer, Regionaldelegierter Ost; Martin Herrmann, Regionaldelegierter West; Siegfried Hampl, Regionaldelegierter Schweiz; Dr. Bernd Schwarze, ICV-Vorstandsmitglied; Alfred Biel, Leiter Redaktionsausschuss; Foto: Hans-Peter Sander, Presseverantwortlicher.)
CCS 2008 im Regional-TV
November 2008- In seiner Sendung "Schaufenster" hat das Regional-TV Stuttgart über die Regionaltagung "Controlling Competence Stuttgart CCS 2008" berichtet. Die CCS 2008 hat am 13. November bei der IBM Deutschland stattgefunden. In dem TV-Bericht kommt der ICV-Vorstandsvorsitzende und CEO der Hansgrohe AG, Siegfried Gänßlen, zu Wort.
Arbeitskreise "IFRS" sowie "Banken" zur Finanzkrise
(27.10.2008) Der Fach-Arbeitskreis "IFRS & Controlling" und der Arbeitskreis "Banken" im Internationalen Controller Verein haben jeweils Stellungnahmen zur aktuellen Finanzkrise erarbeitet. Die Dokumente werden hier als PDF-Dateien zum Download veröffentlicht.
Aus dem Fach-Arbeitskreis "IFRS & Controlling" kommt das Papier "IFRS und Finanzkrise". Darin wird u.a. festgestellt, dass die Ursache des Problems nicht in den Bilanzierungsregeln liegt, sondern "in der ungezügelten Bereicherung mithilfe ungedeckter Schecks", und es heißt dort weiter: "So wie der Fair Value in guten Zeiten die überzogenen Gewinnerwartungen abgebildet hat, ist er nun der Überbringer der schlechten Botschaft. Der scheinbar unglaubliche Wertverlust in dreistelligen Milliardendimensionen entlarvt die vorher stattgefundene 'Wertschöpfung' als das, was sie war - als spekulative Blase ohne reale Werte als Grundlage. Deshalb können wir Sir David Tweedie, Chairman des International Accounting Standard Boards (IASB) nur zustimmen: 'Jedes Derivat muss mit seinem Fair Value ausgewiesen werden' (Handelsblatt, 15.10.2008). Nicht die Bilanzierung ist das eigentliche Problem, sondern die Art und Weise, in der es möglich war, Marktpreise zu manipulieren und Bilanzen aufzublähen." Die Autoren sind der Meinung, dass die Bilanzierung zu mehr Transparenz beitragen kann, als es gegenwärtig der Fall ist: "Das gilt sowohl für das HGB als auch für die IFRS. Der Fachkreis 'IFRS & Controlling' des Internationalen Controller Vereins (ICV) hat dazu - unter Rückgriff auf vielfältige Diskussionen in Fachkreisen einschließlich des IASB - den Vorschlag einer 'Mehrspaltendarstellung' erarbeitet..." Der Vorschlag wird in dem Papier vorgestellt.
Ein zweites Positionspapier aus dem Internationalen Controller Verein (ICV) hat der Branchenarbeitskreis "Banken" verfasst. Dieses formuliert sieben Thesen, welche Veränderungen sich aus der Krise für die Banken ergeben. Das Fazit lautet: "Zusammenfassend ist von einer dauerhaft niedrigeren Profitabilität des deutschen Bankensektors auszugehen. Die Erträge sinken, die Verwaltungskosten wachsen durch weitergehende Regelungen für das Risiko-Management und die aufsichtsrechtlichen Eigenkapital-Anforderungen steigen mit der Folge erhöhter Eigenkapitalkosten."
Hier geht es zur Stellungnahme des "FAK IFRS & Controlling".
Hier geht es zur Stellungnahme des "AK Banken".
CIBaltikum 2008 in Tallinn erfolgreich
(25.10.2008) Am 23. Oktober 2008 hat in Estlands Hauptstadt Tallinn die diesjährige Fachtagung "Controlling im Baltikum" stattgefunden. 50 Gäste aus Estland, Litauen, Russland (aus der Region Kaliningrad sowie aus Moskau) konnten die Organisatoren vom ICV-Arbeitskreis Estland begrüßen. Nach einleitenden Vorträgen jeweils zum aktuellen Stand des Controllings in Deutschland, Estland, Litauen und Russland widmeten sich die folgenden Referenten Erfahrungen aus der Controlling-Praxis. Schwerpunkt waren dabei Fragen der Planung. Über die Tagung CIBaltikum 2008 berichtete das Weblog http://blog.controllerverein.de live.
Bildergalerie von der CIBaltikum 2008 hier klicken.
In einem Gespräch nach Abschluss der erfolgreichen Tallinner Tagung sprach ICV-Arbeitskreisleiter Estland, Harald Kitzmann, über die gemeinsamen Interessen und Aufgaben der Controller im Baltikum und über die Rolle des Internationalen Controller Vereins als Plattform für den Grenzen überschreitenden Erfahrungsaustausch.
ICV-Gäste beim russischen Controlling Symposium 2008
(20.10.2008) Am 17. Oktober 2008 hat an der Moskauer Baumann Technischen Universität das 16. Controlling Symposium stattgefunden. Teilnehmer waren unter anderem Lea Roostalu und Harald Kitzmann (Leiter) vom AK Estland im Internationalen Controller Verein (ICV), und der ICV-Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit, Hans-Peter Sander. Zu den 70 Gästen zählten Hochschullehrer und Wissenschaftler, Finanzchefs, Controller sowie Vorstandsberater aus allen Teilen Russlands; aus Unternehmen sowie aus Non-Profit-Organisationen und öffentlichen Verwaltungen. Referiert hatten auch Lea Roostalu (Controllerin) und Harald Kitzmann vom ICV-Arbeitskreis Estland zum Aufbau des Controllings in der Stadtverwaltung von Tallinn.
In einem Interview für den ICV hat der Vorsitzendende des russischen Controllervereins, Prof. Dr. Sergey Falko von der TU Moskau, eine Bilanz des Symposiums gezogen. Prof. Falko erwartet angesichts der auch Russland treffenden Finanzkrise eine wachsende Nachfrage nach Controlling in den russischen Unternehmen. Im Gespräch zählt er zu den aktuellen Themen der Controller in seinem Land vor allem das Risikocontrolling. Für die Beziehungen zum Internationalen Controller Verein sieht Prof. Falko Chancen im gegenseitigen, gleichberechtigten Geben und Nehmen: Während in Russland Know-how aus der Controllingpraxis des Westens gefragt sei, wollen sich die russischen Controllingspezialisten vor allem controllingwissenschaftlich einbringen. In Russland bestünden dazu große Potenziale, vor allem moderne mathematische Modelle im Controlling zu entwickeln und einzuführen.
Vorsorge für die nächste Bankenkrise - Dringende Aufgaben für Controller der Realwirtschaft
(24.09.2008) Der „Fach-Arbeitskreis IFRS & Controlling" des Internationalen Controller Vereins hat jetzt aus der weltweiten Finanzkrise gewonnene Erfahrungen zusammengefasst und Handlungsempfehlungen für Controller formuliert. In einer Stellungnahme heißt es unter anderem: Die Krise ist näher an die Real-Wirtschaft herangerückt, so dass die Controller die Geschäftsverbindungen zu Finanzdienstleistern unter die Lupe nehmen sollten. In der Realwirtschaft werden heute häufig Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungs- oder Zinsschwankungen eingesetzt. Hier ist Handlungsbedarf dringend gegeben. Bisher für ausgeschlossen gehaltene Risiken - der Ausfall eines großen Finanzdienstleisters als Partei im Sicherungsgeschäft - werden uns plötzlich als mögliches Risiko vor Augen geführt. Die unternehmensinternen Risikofrüherkennungs- und -managementsysteme bedürfen in dieser Hinsicht einer raschen Überarbeitung."
Arbeitskreisleiter-Treffen 2008 der Region Ost
(11.09.2008) Am 5. September trafen sich die AK-Leiter der Region sowie der FAK IFRS sowie Kommunikations-Controlling in Berlin. Neben den Berichten aus den Arbeitskreisen und aus dem ICV-Vorstand sowie der Beratung aktueller Aufgaben in den Netzwerken standen die Neuwahl des Regionaldelegierten Ost und die Vorbereitung der Regionaltagung 2009 auf der Tagesordnung. Einstimmig schlugen die AK-Leiter Dieter Meyer aus Berlin als neuen Regionaldelegierten Ost vor (Bild 2.v.r.), der nach erfolgter Bestätigung durch den ICV-Vorstand in diesem Ehrenamt Herwig R. Friedag folgt.

Nach intensiver Diskussion verständigten sich die AK-Leiter der Region Ost, die Vorbereitung einer Regionaltagung Ost in Angriff zu nehmen, die am 19. September 2009 stattfinden soll.
Erster Entwurf DIN-PAS 1086 "Qualitäts-Standard Controlling"
(11.09.2008) Die Redaktionsgruppe zur Erarbeitung der PAS 1086 "Qualitäts-Standard Controlling" hat einen ersten Entwurf fertig gestellt. Dieser steht am Ende dieses Beitrages als PDF-Datei zum Download bereit. Änderungsvorschläge können bis zum 15. Oktober 2008 per eMail an das ICV-Vorstandsmitglied, Dr. Walter Schmidt, gesendet werden (mailto:walter@ask-schmidt.de). Die Intention der PAS 1086 besteht darin, dem Controlling durch die Bündelung vieler Einzelmeinungen in einer allgemein akzeptierten Konvention ein allgemein anwendbares Regelwerk zu geben. Gleichzeitig wird die Intention verfolgt, eine klare Position im Prozess der internationalen Anpassung des Controllings zu erarbeiten. Zielgruppe der PAS 1086 sind alle Menschen, die Controlling betreiben, begleiten und bewerten, insbesondere in:
- Privaten und öffentlichen Unternehmungen (Profit/Non-Profit Organisationen),
- Staatlichen Institutionen, sofern sie Controlling betreiben oder aufbauen wollen,
- Wissenschaftlichen und Bildungseinrichtungen, sofern sie Controlling erforschen bzw. lehren,
- Wirtschaftsprüfungs- und Zertifizierungs-Organisationen, sofern sie Controlling-Prozesse bewerten.
Die PAS 1086 ist für folgende Aspekte hilfreich:
- Orientierung bei Einführung, Aufbau und Weiterentwicklung des Controllings,
- Formulierung der Grundsätze und Kernaufgaben des Controllings, um bei der Erarbeitung und Umsetzung der Strategie zu unterstützen,
- Herausstellung der Bedeutung des Controllings für den strategischen Steuerungsprozess der Unternehmung,
- Hilfestellung zur Standortbestimmung des Controllings und Ansatzpunkt für den strukturellen Rahmen von Benchmarks und Effizienzmessung,
- Unterstützung bei der Ableitung notwendiger Kompetenzen für die Controllerinnen und Controller,
- Die Spezifikation des Controllings im Rahmen der PAS 1086 unterstützt die Abstimmung der vielfältigen Bewertungen in der Unternehmung bezüglich Zielerreichung, der Einhaltung von Standards sowie von Regeln und Anweisungen. Dazu gehört die Integration in andere Managementsysteme (z. B. ISO 9001, ISO 27001 oder SA8000) sowie interne Kontrollsysteme (z.B. COSO, SOX).
DIN-PAS 1086 "Qualitäts-Standards im Controlling"
Der ICV hat die Erarbeitung der DIN-PAS 1086 „Qualitäts-Standards im Controlling" initiiert. Am 13. Juni hat in Berlin ein Eröffnungsworkshop stattgefunden, bei dem die Redaktionsgruppe einen Fragebogen erarbeitet hat. Mit seiner Hilfe sollen Positionen von Beteiligten und Interessenten in die Erarbeitung eines PAS-Entwurfes noch im September einbezogen werden. ICV-Vorstandsmitglied Dr. Walter Schmidt, einer der Initiatoren, bittet herzlich um zahlreiche Mitwirkung. Bitte den Fragebogen downloaden, ausfüllen und ggf. mit weiteren Anmerkungen und Hinweisen ergänzt bis zum 15. August 2008 an Dr. Schmidt senden!
Trauer um Hermann Jenny
Nach kurzer schwerer Krankheit ist am 6. Juni 2008 Hermann Jenny, seit 1978 Mitglied des Internationalen Controller Vereins und von 2000 bis 2007 Mitglied des ICV-Vorstandes, im Alter von 68 Jahren verstorben. Hermann Jenny hatte vor 19 Jahren die alljährliche Schweizer Controller-Tagung aus der Taufe gehoben und seither mit großem Erfolg organisiert und moderiert. Hermann Jenny galt als ein "Controller der ersten Stunde", der sich 34 Berufsjahre, davon die letzten zehn als Mitglied der Geschäftsleitung, dem Controlling bei der SIG Holding AG in Neuhausen am Rheinfall (CH) gewidmet hat. Als Controller des ICV hat Jenny in den vergangenen Jahren maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Vereins beigetragen. Der ICV nimmt voller Trauer und in tiefer Dankbarkeit Abschied von einem verdienstvollen Weggefährten. Das Mitgefühl gilt der Ehefrau und den Kindern. (09.06.2008)
Neuer Fach-Arbeitskreis "Risikomanagement & Controlling"
Der neue FAK „Risikomanagement & Controlling" wird sich insbesondere mit folgenden Fragestellungen beschäftigen:
- Was können Controller und Risikomanager voneinander lernen und wie können sie gemeinsam mehr erreichen?
- Welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen beiden Funktionen und Funktionsträgern? Wo ergänzen sich ihre Aufgaben und wie lassen sie sich sinnvoll abgrenzen?
- Welche Methoden und Instrumente des Controllings können im Risikomanagement sinnvoll eingesetzt werden und vice versa (z. B. Balanced Scorecard, risikooriente Budgetplanung, Abweichungsanalysen, Szenarioanalysen etc.?)
- Welche gesetzlichen/regulatorischen Bestimmungen müssen an der Schnittstelle von Controlling und Risikomanagement beachtet werden (etwa im Bereich der Risikoberichterstattung)? Wie können Controller und Risikomanager ihre gemeinsamen Interessen im Vorfeld neuer gesetzlicher Regelungen besser artikulieren?
- Welche (neuen) Qualifikationen müssen Controller und Risikomanager erwerben, um diese Herausforderungen bewältigen können?
Als FAK-Leiter wird Prof. Dr. Rainer Kalwait vorgeschlagen. Prof. Kalwait lehrt an der Hochschule Coburg und ist Leiter des Steinbeis - Zentrum für Betriebswirtschaft und Controlling in Coburg.
Alle Mitglieder des ICV und der RMA aus Wissenschaft und Praxis, primär aus den Branchen Industrie, Handel Dienstleistungen und Consulting, die sich für die o. g. Fragestellungen interessieren, sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen.
Kontakte:
Dr. Roland Franz Erben, Vors. des RMA-Vorstandes
Marcus Haegi, Mitglied des ICV-Vorstandes
ICV-Vorsitzender jetzt CEO der Hansgrohe AG
Mit der Bestätigung durch die Hauptversammlung der Hansgrohe AG am 27. Mai 2008 ist der langjährige Finanzvorstand und Vorsitzende des Vorstandes des Internationalen Controller Vereins, Siegfried Gänßlen (62), zum neuen Vorstandschef beim Schiltacher Bad- und Sanitärspezialisten berufen worden. Er trat damit am 28. Mai die Nachfolge von Klaus Grohe (71) an, der nach 33 Jahren an der Spitze des Unternehmens den Vorsitz des Aufsichtsrats übernahm. Das Unternehmen hatte den Wechsel bereits auf Betriebsversammlungen im vergangenen Oktober angekündigt.
Internationale Controlling-Konferenz Kaliningrad
Am 16. Mai 2008 hat im ehemaligen Ostseebad Rauschen, dem heutigen russischen Badeort Swetlogorsk in der Ostsee-Enklave Kaliningrader Gebiet, erstmals eine internationale Controlling-Konferenz stattgefunden. Unter den rund 50 Teilnehmern waren Geschäftsführer, Finanzmanager, Controller, Wissenschaftler, Berater und Buchhalter vor allem aus dem Kaliningrader Gebiet, aber auch aus anderen Teilen Russlands.

Rund 50 Teilnehmer trafen sich am 16. Mai 2008 zur Internationalen Controlling-Konferenz in Swetlogorsk.
Unterstützt vom Internationalen Controller Verein hatten die Veranstalter, die Kaliningrad International Business School, die Russian Association of Business Education, der Kaliningrader Club of Management and Financial Controllers und der Baltische Wirtschaftsclub, die Tagung unter das Thema "Theorie und Praxis des Controllings: nationale und internationale Erfahrungen" gestellt.

Partner bei der ersten Internationalen Controlling-Konferenz in Swetlogorsk: (hintere Reihe, stehend, v.l.n.r.) Dr. Hendrik Vater (Referent), Dr. Walter Schmidt (Referent, ICV-Vorstand), Prof. Dr. Alexander Barinov (Initiator, Referent, Rektor KIBS), Prof. Dr. Sergej Falko (Referent); (vordere Reihe sitzend, v.r.n.l.): Natalya Evtikhieva (Generaldirektorin der Russian Association of Business Education), Annette Siering (Referentin), Galina Usenkova (Moderatorin).
Referenten aus Deutschland waren Dr. Walter Schmidt, Vorstandsmitglied des Internationalen Controller Vereins ICV, der die Controlling-Philosophie des ICV erläuterte, Dr. Hendrik Vater, CFO DHL Exel Supply Chain (Italy) S.p.A., der über die Neu-Organisation des Controllings bei der Deutschen Post World Net sprach, und Annette Siering, STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, Berlin, Rechnungswesen und Controlling, die über das Controlling in ihrem Wohnungsunternehmen referierte.
Die Tagung vermittelte den Gästen aus Deutschland interessante Einblicke in den aktuellen Stand des Controllings in Russland. Prof. Dr. Sergej Falko, Wirtschafts-Lehrstuhl-Inhaber an der der Moskauer TH "Baumann" und Geschäftsführer des russischen Controllervereins, stellte die Entwicklung der letzten Jahre, mit "allen Aufs und Abs" dar. Falko meint, in der russischen Wirtschaft gibt es viele, vor allem junge Manager, die mit einem guten theoretischen Handwerkszeug ausgestattet sind. Notwendig sei ihre Professionalisierung; beim anstehenden Wandel vom "handwerklichen Management" zum "professionellen Management" komme dem Controlling-Service eine hohe Bedeutung zu. Dennoch setze sich Controlling als "wirtschaftliches Gewissen der Unternehmen" nur "mühsam" durch. Da sich Controlling in die Tätigkeit der Manager einmische, kollidiere es an der "Natur der Macht": russische Führungskräfte täten sich schwer, ihre Macht zu delegieren und hätten es "nicht gerne", wenn sich Controller in ihre Tätigkeit einmischten. Manager schenkten "niedrigeren Ebenen" in ihren Unternehmen nur wenig Vertrauen. Auch Controller würden auf "unteren Ebenen, der Handwerker-Ebene, gehalten", so Falko. "Controller sind für nichts weiter verantwortlich, als für die Methoden", beschrieb Falko die widersprüchliche Rolle, "aber wenn etwas schief läuft im Unternehmen, werden zumeist sie gefeuert."
Dennoch skizzierte Prof. Dr. Falko eine kontinuierliche Entwicklung des Controllings seit den 90er Jahren. Inzwischen sei in Russland die Controller-Funktion des Erfassens von Daten in den Hintergrund gerückt, jetzt stünden Koordinations- und Intergrationsaufgaben für die Controller im Mittelpunkt. Der Moskauer Professor sieht das Controlling in Russland in der Theorie gut aufgestellt, was sich vor allem an "sehr guten Fachleuten mit hervorragender Ausbildung" zeige. Hingegen seien derzeit kaum erschöpfende Aussagen zur praktischen Umsetzung des Controllings möglich. Dazu gäbe es zu wenig Informationen, wie es in den Unternehmen eingesetzt wird.
Prof. Alexander Barinov, Initiator der Tagung und Rektor der Kaliningrad International Business School, ging in seinem Vortrag zum Einsatz von BSC-Systemen auf die von Prof. Dr. Falko beschriebene Situation ein. Die erstmals stattfindende Tagung vereine als "wissenschaftlich-praktische Konferenz" Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Auffassungen. Zugleich könnten sich bei diesem Anlass die Teilnehmer selbst einmal Gedanken über ihre Position machen, was im Tagesgeschäft oft gar nicht möglich sei.
Zur aktuellen Situation des Controllings in russischen KMU vertrat Prof. Barinov die Ansicht, dass insbesondere hier die "Zeit des Controllings" gekommen sei. Nach dem politischen Umbruch hätten sich zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen in Russland gegründet, sehr viele hätten sich seither positiv entwickelt. Bei diesen stünden nun strategische Aufgaben auf der Tagesordnung. Als Beispiel für den anstehenden Wandel nannte Barinov die Neuorientierung ehemaliger Firmengründer, die sich neuen Aufgaben zuwenden, sich aus dem operativen Geschäft ihrer Unternehmen zurückziehen und als Eigentümer nun Manager einsetzten und zugleich geeignete Kontrollinstrumente suchen.
Am Beispiel ihres Medienvertriebsunternehmens "Pressa Plus" beschrieb Tamara Kolesnik, Finanzdirektorin des Unternehmens und Präsidentin des Kaliningrader Club of Management and Financial Controllers, die Rolle des Controllings in einem KMU: "Controlling ist nicht Kontrolle, sondern Befähigung zur Selbstkontrolle jedes einzelnen Verantwortlichen."
Auf der Kaliningrader Tagung wurden auch Controlling-Themen diskutiert, die im deutschsprachigen Raum auf der Tagesordnung stehen. Zum Beispiel die Budgetierung: Dazu wurde die provokativ in den Raum gestellte Frage, ob Budgetierung in Unternehmen als "das Gute oder Schlechte" anzusehen sei lebhaft diskutiert. In der Diskussion vertraten Teilnehmer die Ansicht, die Schließung zahlreicher Planungsabteilungen während der 90er Jahre habe die betroffenen Unternehmen zurückgeworfen. Es habe sich gezeigt, dass ohne Planung keine Analysen möglich seien, daher sei ein Verzicht auf Planung, wie er etwa von einigen Beratern aus den USA vorgeschlagen sei, "unberechtigt". Ein weiteres Beispiel für in Russland wie im deutschsprachigen Raum diskutierte, ähnliche Themen ist die Frage, wann ein Unternehmen eine Person als Controller benötigt und wie das so genannte "Self-Controlling", insbesondere in KMU, zu realisieren ist.
In seinem Resümee zur ersten internationalen Controller-Tagung in Kaliningrad zollte der Initiator, Prof. Dr. Alexander Barinov dem Controlling aus dem deutschsprachigen Raum Anerkennung. "Deutschland hat ein gutes Recht, in Russland über seine Erfahrungen mit dem Controlling zu sprechen". Im nächsten Jahr soll wieder nach Kaliningrad eingeladen und dafür wieder in Kooperation mit dem ICV Referenten aus Deutschland gewonnen werden. Selbstbewusst erklärte Barinov, in der 500.000-Einwohner-Stadt Kaliningrad werde bereits mehr von und über Controlling gesprochen, als etwa in St. Petersburg. Das sei auch ein Verdienst des Kaliningrader Club of Management and Financial Controllers. Dieser war 2007 unter aktiver Mithilfe des ICV gegründet worden.
Prof. Dr. Barinov kündigte die 2. Internationale Kaliningrader Controlling-Konferenz für den 22. Mai 2009 an. Erklärtes Ziel ist auch die Steigerung der Teilnehmerzahl und Gewinnung von Gästen aus weiteren Regionen Russlands.
Vorstand und Kuratorium beraten gemeinsam
Am 25. Januar 2008 haben in München ICV-Vorstand und ICV-Kuratorium getagt. Dabei fand auch eine gemeinsame Sitzung statt, bei der Informationen und Meinungen zur Entwicklung des Internationalen Controller Verein ausgetauscht und die nächsten Entwicklungsetappen besprochen wurden. Der ICV-Vorstand veröffentlicht auf dieser Website unter dem Pfad "Verein", "Vereinsinformationen", "Vorstand" kontinuierlich Sitzungsprotokolle.

Unser Bild, von links nach rechts: Ragnar Nilsson (Vors. des Kuratoriums); Dr. Bernd Schwarze (Vorstandsmitglied, D); Dr. Adrianna Lewandowska (Vorstandsmitglied, Polen); Siegfried Gänßlen (Vors. des ICV-Vorstandes); Conrad Günther (Geschäftsführer und Vorstand, D); Dr. Walter Schmidt (Vorstand, D); Dr. Albrecht Deyhle (Kuratorium, Ehrenvorsitzender des ICV); Hillert Onnen (Kuratorium), Marcus H. Haegi-Largo (Vorstand, CH); Prof. Dr. Heimo Losbichler (Stellv. Vors. Vorstand ICV, A); Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber (Kuratorium); Dr. Wolfgang Berger-Vogel (Kuratorium, Vors. der International Group of Controlling IGC, A).









